Hufeisen ja oder nein? - Barhufpflege Ralph Klust

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Hufeisen ja oder nein?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich erst einmal im Klaren darüber sein, warum der Mensch überhaupt auf die Idee kam das Pferd zu beschlagen.
 
Das Pferd war vor dem Einzug von PKWs, LKWs und Traktoren ein Arbeits- und Nutztier. Sie wurden in der Landwirtschaft, als Transportmittel, als Lasttier, in der Kavallerie…verwendet. Alles Arbeiten, bei denen sich das Hufhorn schneller abnutzte, als es nachwuchs. Wenn der Mensch sich also nicht vom Hornwachstum abhängig machen wollte, musste er dafür sorgen, dass das Horn vor Abrieb geschützt wird. Vor dem Hufeisen gab es verschiedene Arten des Hufschutzes. Durchsetzen konnte sich aber schließlich nur das Hufeisen.
Heute, wo die meisten Pferde keine Arbeitstiere sondern Freizeitpartner sind, hat sich auch der Hornabrieb soweit minimiert, dass das Horn in der Regel schneller wächst als es sich abnutzt.
Sie stehen den größten Teil des Tages auf der Weide oder in der Box und werden, wenn es hoch kommt, für ein bis zwei Stunden am Tag auf meist weichen Böden in der Reithalle oder dem Reitplatz bewegt.
Trotzdem werden noch immer viele Sport- und Freizeitpferde von Hufschmieden mit Eisen beschlagen. Und das, obwohl selbst die Schmiede erkannt haben, dass „auch der Beste Hufbeschlag nachteilig auf den Huf einwirkt (SCHMID 1994/12)“.
 
Wofür dient der Hufbeschlag nach Meinung der Schmiede?
 
  1. dem Schutz vor zu starker Abnutzung.
  2. der Erhaltung und Verbesserung der natürlichen Stellung und des Ganges.
  3. der Möglichkeit, Krankheiten des Hufes und der Gliedmaßen zu heilen.
  4. dem Schutz vor dem Ausrutschen.
  5. der Unterstützung des Hufmechanismus.
 
Meiner Meinung nach hat Punkt 1 die einzig wirkliche Daseinsberechtigung des Hufeisens. Allerdings nicht ohne Folgen für das Pferd.
Die Folgen, die ich hier ansprechen möchte, sind zum Einem die massive Funktionsbeeinträchtigung der Pferdegliedmaßen und zum Andrem die nachteilige Wirkung auf den Huf selbst.
Durch das starre Eisen verliert der Huf seine Elastizität dermaßen, dass Anschmiegen des Hufes, wie es dem Barhuf möglich ist, völlig ausgeschlossen wird.
Ohne diese elastische Bewegung des Hufes schlägt jedes nicht plane Auffußen  direkt auf die Scharniergelenke des Pferdes durch. Auch kann ein beschlagenes Pferd den Boden nicht mehr mit seinen Hufen abtasten. Ein unbeschlagenes Pferd geht wesentlich verantwortlicher mit seinen Beinen um. Es fühlt den Boden und passt seine Gang den Bodenverhältnissen an. Erstaunlicherweise haben die meisten mehr Mitleid für ein Pferd das „fühlig“ über Steine geht und sich seinen Weg sucht als mit einem Pferd das über alles drüber marschiert und sich dabei auf Dauer die Beine ruiniert. Die Aufpralldämpfung, die ein Barhuf hat, wird mit dem Eisen nicht nur
ausgeschaltet, sondern kehrt sich sogar ins Gegenteil um. Jeder Schlag der beim Auffußen auf den Huf einwirkt, geht ungedämpft in die Gelenke über.
Durch die Einschränkung der Elastizität des Hufes wird die Blutversorgung des Hufes geschwächt, da eine Verwindung der Hornkapsel, wie sie für die Blutzirkulation notwendig ist, nur noch sehr eingeschränkt erfolgt. Die Folge ist eine verminderte und qualitativ minderwertige Hornproduktion.
Die Erhaltung und Verbesserung der natürlichen Stellung und des Ganges kann durch das Beschlagen mit Eisen auch nicht wirklich gewährleistet werden.
Durch die beim offenen Eisen erhalten gebliebene Beweglichkeit des Hufes im Trachtenbereich findet im Bereich der Trachten trotz Beschlag Hornabrieb statt.
Da der Zehenbereich und die Seitenwände ungehindert in der Länge nachwachsen, kippt der Huf stätig nach hinten unten.
Und hier beginnt das Dilemma. Um ein stetiges flacher Werden des Hufes entgegen zu wirken, muss das Pferd rechtzeitig umbeschlagen und der vordere Bereich des Hufes entsprechend gekürzt werden. Bei den empfohlenen Beschlagsintervallen von sechs bis acht Wochen erfahren die Gliedmaßen beim Beschlagen eine so große Stellungsveränderung, dass Gelenke und Bänder extrem belastet und geschädigt werden. Hier wird der Grundstein für Arthrose, Chips und Schale gelegt. Neben den direkten schädlichen Auswirkungen durch die völlig veränderten Druck- und Spannungsverhältnisse der Gelenke, Sehen und Bänder (was straff war wird schlaff und umgekehrt) erhöht sich die Gefahr für Verletzungen der Beine enorm.
Schließlich muss das Pferd von einem Augenblick zum Andren mit völlig andren „Füßen“ zurechtkommen.
Verkürzt man den Beschlagsintervall auf z.B. alle vier Wochen, wird der Huf durch das ständige abnehmen und neu aufnageln vernagelt. Die Nagellöcher befinden sich in immer dichteren Abständen und destabilisieren so die Hornkapsel.
 
Soweit zu den Punkten 1, 2, 3 und 5
 
Zu Punkt 4 muss man nicht viel sagen. Jeder der schon mal ein beschlagenes Pferd bei Schnee geführt hat, weiß dass ein unbeschlagenes Pferd wesentlich weniger Probleme beim Laufen hat.
OK, Stollen lassen sich in einen Barhuf nur sehr schwer einschrauben.
 
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